Chirotherapie:
Sanfte Therapie durch manuelle Medizin

Die Chirotherapie ist eine alte Heilkunst – und zählt zu den beliebtesten Behandlungsmethoden in der Orthopädie. Die Chirotherapie setzt auf gezielte Handgriffe, um Beschwerden des Bewegungsapparates effektiv zu behandeln. Ich setze diese Form der Manuellen Medizin als schonende und wirkungsvolle Behandlungsmethode bei Patienten aller Altersgruppen ein. Auf dieser Seite stelle ich Ihnen die wichtigsten Verfahren der manuellen Medizin vor und beantworte häufige Fragen zu dieser schonenden und wirkungsvollen Behandlungsform.

Was ist Chirotherapie?

Die Chirotherapie, auch als manuelle Medizin bezeichnet, ist eine spezielle Behandlungsmethode in der Orthopädie. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort "cheir" für "Hand" ab und bedeutet wörtlich übersetzt „mit den Händen heilen". Chirotherapeuten setzen ihre Hände ein, um Beschwerden des Bewegungsapparates zu diagnostizieren und zu therapieren.

Ganzheitliches Verständnis des menschlichen Körpers

Die Chirotherapie basiert auf dem ganzheitlichen Verständnis, dass der menschliche Körper ein komplexes System ist, in dem alle Teile miteinander in Verbindung stehen. Eine Störung in einem Bereich kann sich daher auf andere Körperregionen auswirken und zu einer Verkettung führen, an deren Ende orthopädische Beschwerden stehen.

Ziel der chirotherapeutischen Behandlung ist es, solche Beschwerden wie Bewegungseinschränkungen, muskuläre Verspannungen, Fehlhaltungen und Blockaden zu lösen und so Schmerzen zu lindern sowie die Beweglichkeit zu verbessern.

Im Fokus der chirotherapeutischen Behandlung stehen vor allem:

  • Wirbelsäule
  • Gelenke der Extremitäten
  • Weichteile wie Muskeln, Sehnen und Bänder

Warum ist die Chirotherapie ein zentraler Bestandteil der modernen Orthopädie?

Die Chirotherapie hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem unverzichtbaren Element der orthopädischen Behandlung entwickelt. Dafür gibt es mehrere wichtige Gründe:

  1. Ganzheitlicher sanfter Ansatz: Die Chirotherapie betrachtet den Körper als Einheit und berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Strukturen. Dies ermöglicht eine umfassende Diagnose und Therapie. Als konservative Behandlungsform kommt die Chirotherapie meist ohne Medikamente oder operative Eingriffe aus. Das reduziert Risiken und Nebenwirkungen erheblich.
  2. Schnelle Wirksamkeit: Viele Patienten berichten von einer sofortigen Verbesserung ihrer Beschwerden nach einer chirotherapeutischen Behandlung. Wissenschaftliche Studien bestätigen die schmerzlindernde Wirksamkeit bei akuten Beschwerden im unteren Rücken. Für eine Anerkennung der Chirotherapie als Standardtherapie bei Rückenschmerzen aber reichen die Belege nach Ansicht der meisten Forschenden bislang nicht aus.
  3. Breites Anwendungsspektrum: Die Chirotherapie kann bei einer Vielzahl von orthopädischen Problemen eingesetzt werden, von akuten Blockaden bis hin zu chronischen Schmerzzuständen. Dabei wird jede chirotherapeutische Behandlung auf Basis einer ausführlichen Anamnese individuell auf den Patienten abgestimmt.
  4. Präventive Wirkung: Regelmäßige chirotherapeutische Behandlungen können helfen, Fehlhaltungen frühzeitig zu korrigieren und so chronischen Beschwerden vorzubeugen.
  5. Kostengünstig: Im Vergleich zu aufwendigen diagnostischen Verfahren oder operativen Eingriffen ist die Chirotherapie eine kostengünstige Behandlungsoption.

Die wichtigsten Methoden der Chirotherapie

Die Chirotherapie umfasst verschiedene Techniken und Methoden, die je nach Beschwerdebild und individueller Situation des Patienten zum Einsatz kommen. Zu den wichtigsten chirotherapeutischen Verfahren gehören:

1. Mobilisation

Bei der Mobilisation reaktivieren Chirotherapeuten zu behandelnde Gelenke durch sanfte, rhythmische Bewegungen. Die Mobilisation dient dazu:

  • Die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern
  • Verspannungen in der umgebenden Muskulatur zu lösen
  • Die Durchblutung im behandelten Bereich zu fördern
  • Schmerzen zu reduzieren

Die Mobilisation wird oft als Vorbereitung für intensivere Techniken eingesetzt oder bei Patienten angewendet, bei denen eine Manipulation (siehe nächster Absatz) nicht in Frage kommt (kontraindiziert ist).

2. Manipulation

Die Manipulation ist eine der bekanntesten chirotherapeutischen Techniken. Sie wird in der Umgangssprache auch als Einrenken bezeichnet. Diesen Begriff verwenden Chirotherapeuten in der Regel nicht. Manipulationen sind vom Therapeutengeführte schnelle, gezielte Bewegungen an einem Gelenk, die als Impulsbezeichnet werden. Ziele der Manipulation sind:

  • Lösen von Gelenkblockaden
  • Wiederherstellung der normalen Gelenkfunktion
  • Schmerzlinderung durch Unterbrechung des Schmerzkreislaufs
  • Verbesserung der Beweglichkeit

Sind chirotherapeutische Manipulationen gefährlich? Bei sachgemäßer Ausführung durch gut ausgebildete Therapeuten gelten chirotherapeutische Manipulationen als nicht gefährlich. Wie bei allen medizinischen Behandlungen lässt sich ein kleines Risiko aber nicht sicher vollkommen ausschließen. Risikoreicher sind chirotherapeutische Manipulationen bei unsachgemäßer Anwendung. Generell besteht aber das Risiko, vorgeschädigte Halsgefäße weiter zu schädigen oder einen bereits bestehenden Bandscheibenvorfall zu verschlimmern.

Warum ist eine Diagnose vor der Manipulation so wichtig? Vor einer Manipulation sollte immer eine sehr gründliche Diagnose stehen – und die Technik nur von erfahrenen Therapeuten angewendet werden. Durch eine sorgfältige Diagnostik und genaue Tastuntersuchung (Palpation) sowie durch moderne, schonende Manipulationstechniken lässt sich das Risiko deutlich minimieren. Besonders wichtig ist eine spezielle Einstellung der Halswirbelsäule, die dazu beiträgt, die Blutgefäße so gut wie möglich zu schützen.

Ist ein hörbares Knacken ein Beleg für eine erfolgreiche chirotherapeutische Manipulation? Vielen Menschen gilt ein hörbares Knacken bei der Manipulation als Beleg für eine erfolgreiche Behandlung. Wissenschaftlich lässt sich das nicht eindeutig belegen. Es gibt Studien, die das Knacken als Beleg für eine erfolgreiche Manipulation werten. Und ebenso gute Studien, die das Gegenteil behaupten. In der aktuellen Literatur gilt das Knacken nicht als Erfolgsindikator.

3. Weichteiltechniken

Weichteiltechniken umfassen verschiedene Methoden zur Behandlung von Muskeln, Sehnen, Bändern und Faszien. Die Techniken dienen der Entspannung verspannter Muskeln, der Verbesserung der Gewebedurchblutung und der Schmerzreduktion.

Dazu gehören:

  • Triggerpunktbehandlung: Gezielte Druckanwendung auf schmerzhafte Muskelpunkte
  • Myofasziale Release-Techniken (MFR): Sanfte Dehnung und Lösung von Verklebungen im Bindegewebe
  • Postisometrische Relaxation (PIR): Wechsel von Anspannung und Entspannung zur Muskellockerung

4. Traktion

  • Gelenkflächen zu entlasten
  • Umgebende Strukturen zu dehnen
  • die Nährstoffversorgung der Bandscheiben zu verbessern
  • Schmerzen zu lindern, besonders bei Bandscheibenvorfällen oder Arthrose

5. Neuromuskuläre Techniken

Neuromuskuläre Techniken zielen darauf ab, das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln zu verbessern. Sie fördern die Koordination, verbessern die Beweglichkeit und stärken die Muskulatur. Typisch sind beispielsweise Muskel-Energie-Techniken (MET) mit einer aktiven Muskelanspannung gegen einen Widerstand mit anschließender Dehnung

6. Viszerale Techniken

Obwohl weniger bekannt, gehören auch osteopathische Techniken zur Behandlung der inneren Organe zum Repertoire der Chirotherapie. Diese basieren auf der Annahme, dass Störungen der Organbeweglichkeit Auswirkungen auf den Bewegungsapparat haben können. Viszerale – also die inneren Organe beeinflussende - Techniken umfassen:

  • Sanfte Mobilisation der Organe
  • Lösen von Verklebungen im Bauchraum
  • Verbesserung der Organdurchblutung

Welche chirotherapeutische Technik ist die beste?

Die Kunst der Chirotherapie liegt darin, die richtige Kombination und Dosierung für eine optimale Wirkung zu finden. Jede der chirotherapeutischen Techniken hat ihre spezifischen Indikationen. In meiner Praxis stelle ich Ihnen die Möglichkeiten vor und wir entscheiden gemeinsam, welche Technik am besten auf Ihre Bedürfnisse passt.

Häufige Indikationen für eine chirotherapeutische Behandlung

Die Chirotherapie findet bei einer Vielzahl von orthopädischen Beschwerden Anwendung. Zu den häufigsten Indikationen gehören:

1. Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind der klassische Einsatzbereich der Chirotherapie. Ob akut oder chronisch, ob im Lenden-, Brust- oder Halswirbelsäulenbereich: Die Manuelle Medizin kann hier schnelle Linderung verschaffen. Typische Beschwerdebilder, die von der Chirotherapie profitieren können, sind:

  • Lumbago (Hexenschuss)
  • Iliosakralgelenksblockaden
  • Muskelverspannungen (beispielsweise bei Bandscheibenproblemen)
  • Myofasziale Schmerzsyndrome

2. Nackenschmerzen und Kopfschmerzen

Verspannungen und Fehlhaltungen im Bereich der Halswirbelsäule können zu hartnäckigen Nacken- und Kopfschmerzen führen. Die Chirotherapie kann hier durch gezielte Mobilisation und Manipulation Erleichterung bringen. Häufige Indikationen sind:

  • Von der Halswirbelsäule ausgehende Beschwerden wie Bewegungseinschränkungen, Schmerzen im Schulterbereich, Kopfschmerzen und Schmerzen bei Bewegungen des Kopfes.
  • Kiefergelenksbeschwerden: Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist ein komplexes Beschwerdebild, bei dem die Chirotherapie durch Behandlung der Halswirbelsäule und des Kiefergelenks oft Linderung bringen kann.
  • Schwindel und Gleichgewichtsstörungen: Bestimmte Formen von Schwindel werden durch funktionale Störungen der Halswirbelsäule ausgelöst (zervikogener Schwindel) und können durch chirotherapeutische Behandlung der Halswirbelsäule positiv beeinflusst werden.

3. Schulter-Arm-Syndrome

Beschwerden im Schulter- und Armbereich haben oft ihre Ursache in Funktionsstörungen der oberen Brustwirbelsäule oder des Schultergelenks. Chirotherapeutische Behandlungen können beispielsweise sehr effektiv sein bei:

  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Frozen Shoulder
  • Tennisellenbogen
  • Bewegungseinschränkungen nach Gelenkverletzungen oder Knochenbrüchen

4. Hüft- und Kniebeschwerden

Auch bei Problemen der unteren Extremitäten kann die Chirotherapie wertvolle Dienste leisten. Oft sind Fehlhaltungen im Beckenbereich oder Blockaden der Iliosakralgelenke die Ursache für:

  • Hüftschmerzen
  • Knieschmerzen
  • Läuferknie
  • Patellaspitzensyndrom

5. Sportverletzungen

Akute und chronische Sportverletzungen sprechen oft gut auf chirotherapeutische Behandlungen an. Dazu gehören:

  • Muskelverspannungen
  • Gelenkblockaden
  • Überlastungssyndrome

6. Haltungsschäden

Die Chirotherapie kann unterstützen, Fehlhaltungen zu korrigieren und so langfristigen Schäden vorzubeugen. Dies ist besonders wichtig bei:

  • Rundrücken (Hyperkyphose)
  • Hohlkreuz (Hyperlordose)
  • Muskelverkürzungen

7. Fehlhaltungen bei Kindern und Jugendlichen

Frühzeitige chirotherapeutische Interventionen können bei der Behandlung und Prävention von Fehlhaltungen im Wachstumsalter sehr hilfreich sein.

8. Schwangerschaftsbedingte Beschwerden

Während der Schwangerschaft kann die Chirotherapie helfen, schmerzhafte Veränderungen der Statik auszugleichen und Beschwerden im Becken-und Rückenbereich zu lindern.

Chirotherapie vs. Chiropraktik: Was ist der Unterschied?

Obwohl die Begriffe Chirotherapie und Chiropraktik oft synonym verwendet werden, gibt es in Deutschland wichtige Unterschiede in Bezug auf Ausbildung, rechtlichen Status und Behandlungsansatz:

Chirotherapeuten: Ausbildung und Qualifikation

Der Titel „Chirotherapie" ist rechtlich geschützt. Chirotherapeuten unterliegen den strengen Regularien der ärztlichen Berufsordnung. Um als Chirotherapeuten praktizieren zu dürfen, müssen Mediziner nach dem Medizinstudium, der Approbation und einer Facharztausbildung zusätzlich noch die spezielle Zusatzweiterbildung für Manuelle Medizin absolvieren. Die Weiterbildung umfasst mindestens 320 Stunden und schließt mit einer Prüfung bei der Ärztekammer ab. Absolviert wird sie in den meisten Fällen von Orthopäden oder Allgemeinmedizinern

Chiropraktik/Chiropraktiker: Ausbildung und Qualifikation

Der Begriff „Chiropraktiker" ist in Deutschland, anders als beispielsweise in den USA, nicht geschützt. Chiropraktiker oder Chiropraktik ist in Deutschland kein eigenständiger Heilberuf und wird oft von Heilpraktikern angeboten, die eine Zusatzausbildung absolviert haben. Diese Ausbildung zum Chiropraktiker ist allerdings nicht einheitlich geregelt und kann stark variieren. Das Spektrum reicht von mehrjährigen Ausbildungen, die einem Studium ähneln, bis zu nicht geregelten Fortbildungen an privaten Einrichtungen.

Chirotherapie in Deutschland als ärztliche Leistung anerkannt

Aufgrund dieser Unterschiede und der nachgewiesenen Wirksamkeit ist die Chirotherapie in Deutschland als ärztliche Leistung anerkannt und wird von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) übernommen, wenn die anbietenden Chirotherapeuten in einer Kassen-Praxis behandeln.

Chirotherapie in der Privatpraxis

Dr. med. Nadine Gravius erfüllt als Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie mit der Weiterbildung für Manuelle Medizin alle Voraussetzungen, um Chirotherapie anbieten zu dürfen (siehe Lebenslauf). Da die Privatpraxis kein Teil der kassenärztlichen Versorgung ist, werden ihre Leistungen nicht von der GKV erstattet.

Sprechzeiten

Montag bis Mittwoch: 9 bis 14 Uhr
Donnerstag: 17 bis 22 Uhr
Samstags nach Vereinbarung

Kontakt & Termine

Telefon: 0621 – 121 82 460
info@chirotherapie-mannheim.de

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Wo Sie uns finden

Privatpraxis für
Orthopädie und Chirotherapie
Hauptstr. 157
68259 Mannheim